Kopfschmerz, Migräne
Bereits 1988 erfolgte durch die International Headache Society (IHS) die Klassifikation von 345 verschiedenen Kopfschmerzformen. Ich möchte hier lediglich einige, für Sie, wichtige Punkte, die bei der Schmerzabklärung und Therapie der häufigen Kopfschmerzformen, hilfreich sein können, aufzählen.
Folgende Maßnahmen können von Ihnen durchgeführt weden:
- Kopfschmerztagebuch
- Lebensstiländerungen
- Ernährung: meiden Sie folgendes:
- Alkohol
- Süßigkeiten
- Rotwein bei Migräne
- histaminhaltige Nahrungsmittel: z.B.Salami, Rotwein, Tomaten, Käse
- Nahrungsmittel auf die Sie allergisch sind
- ärztliche Abklärung:
- Neurologe: dieser gibt den weiteren diagnostischen Weg vor.
- Unfallchirurg, Orthopäde, Sportarzt: nach Verletzungen, bei Verspannungen und Haltungsfehlern
- Betriebsarzt: Analyse Ihres Arbeitsplatzes (Arbeitsplatzergonomie)
- Laboruntersuchung:evtl. Stoffwechsel als Ursache
- Gynäkologe: hormonelle Ursache
- Augenarzt: eine Fehlsichtigkeit führt zu einer Überanstrengung der Augen
- Therapie:
- Triggerpunkttherapie: Behandlung oft vorhandener und nicht ausreichend beachteter muskuläre Ursachen
- Osteopathie, manuelle Medizin (Chiropraktik)
- Akupunktur, Akupressur, Shiatsu
- physikalische Therapie
Medikamente: Neben den üblichen Schmerzmitteln, welche meistens eine ähnliche Wirkung, wie das altbekannte Aspirin haben, gibt es vor allem zahlreiche sehr wirksame Migränemittel. Die Verordnung sollte nur durch einen Spezialisten erfolgen, da eine zu häufige Schmerzmitteleinnahme, an sich, einen sog. analgetikainduzierten Kopfschmerz verursacht.
Vorsicht: Jeder akute, neuauftretende, massive Kopfschmerz sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden !!!!!
Migräne
grobe Anhaltspunkte sind:
- Schmerzattacken von 4-72 Stunden
- vorwiegend einseitig
- Übelkeit, Erbrechen
- Licht-, Lärmempfindlichkeit
- mit und ohne Aura
- häufigster Nahrungsmittelauslöser: Rotwein
- häufig Besserung nach Absetzen der Pille
spezielle Formen: Menstruationsmigräne, Migräne ohne Kopfschmerz...
Spannungskopfschmerz
- Drückender, eher nicht pulsierender Schmerz
- 86-90% beidseitig
- 25% Hinterhaupt
- 61% Stirn-und Hinterhauptsbereich
- Kaum Symptome wie Übelkeit, Erbrechen
- Häufig familiäre Häufung
- Häufiger Beginn: 15-24.LJ
- Übergänge zu Migräne fliessend
Clusterkopfschmerz
- Synonym: Bing-Horton Syndrom
- Obligat einseitigeGesichtsschmerzattacke
- 15 min – 3 Stunden
- Mind. 5 Attacken
- Augenbereichund/oder Schläfenregion
- Mindestens 1 Kriterium aus:
- Augenrötung
- Tränenfluß
- Verstopfung der Nase
- Laufen derNase
- Starkes Schwitzen im Gesichts-/Stirnbereich
- Verengung der Pupille
- Hängen des Oberlides
- Lidschwellung
- Häufig aus dem Schlaf heraus
- 80% sind männlich
- Auslöser:
- Alkohol und gefässerweiternde Substanzen wie Lösungsmittel, Benzin, Farben auf Ölbasis
- Höhe v. 1500-3000m
andere Kopschmerzursachen
- Bluthochdruck
- sexuelle Aktivität
- körperliche Belastung
- Kälte
- Alkohol
- Flüssigkeitsmangel